Liveticker Iran-Krieg: Netanjahu widersetzte sich Trumps Vorgaben

8.06.2026 14:15 Uhr
14:15 Uhr
Iran droht "noch vernichtendere Schläge" gegen Israel an
Am Sonntag hat Iran mit Raketenangriffen eine Vergeltungsoperation gegen Israel begonnen. Es ist die erste Eskalation seit dem Waffenstillstand vom 8. April, den Israel bezüglich Beirut und den Südlibanon nie eingehalten hat. Während Iran den Libanon in seine Forderungen zum Waffenstillstand einbezogen hatte, lehnte Israel dies stets ab.
Der Sprecher des zentralen iranischen Militärkommandos, Ebrahim Zolfaghari, erklärte zu den nun erfolgten Angriffen Irans: "Das aggressive zionistische Regime hat durch wiederholte Verstöße gegen den Waffenstillstand, mit grünem Licht und Unterstützung der Vereinigten Staaten sowie dem Schweigen internationaler Gremien seine Grausamkeiten gegenüber dem unterdrückten libanesischen Volk von Tag zu Tag verstärkt."
"Wir hatten gewarnt, dass wir Ziele in den besetzten Gebieten angreifen würden, sollten sich die Verbrechen des kindervernichtenden zionistischen Regimes im Beiruter Stadtteil Dahieh ausweiten", fügte Zolfaghari hinzu.
Abgesehen von den Hisbollah-Verbündeten im Libanon hat der Beiruter Stadtteil Dahieh einen besonders großen Anteil an Schia-Moslems, die in Iran eine Mehrheit ausmachen.Zolfaghari drohte zudem "noch verheerendere Angriffe gegen das Regime und seine Unterstützer" an, sollte Israel seine Angriffe aus dem Libanon und Iran ausweiten.
Der Beginn der Vergeltungsoperation gegen Israel wurde in der iranischen Gesellschaft eher begeistert aufgenommen. Massen an Menschen gingen auf die Straße und skandierten "[Generalmajor] Seyed Majid, zerschmettere den Dämon! Zerschmettere heute Nacht Tel Aviv!" Generalmajor Seyed Majid Khademi war der Chef der iranischen Geheimdienste und wurde am 6. April 2026 von Israel getötet. Neben iranischen Flaggen wurden auch Flaggen der Hisbollah gehisst.Dank der jüngsten Eskalation wurde in Israel ein "Sondernotstand" ausgerufen, womit alle nicht dringenden Verhandlungstermine abgesagt wurden. Darunter auch derjenige, bei dem Premier Benjamin Netanjahu zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der Bestechung, des Betrugs und des Untreuevergehens aussagen sollte.
12:59 Uhr
Trump reagiert auf militärische Ereignisse zwischen Teheran und Jerusalem
Gegen Montagmittag meldete sich US-Präsident Donald Trump auf Truth Social zu Wort, um das jüngste Aufflammen gegenseitiger Angriffe seitens Iran und Israel zu kommentieren. So hieß es in einer ersten Meldung lediglich:
"Israel und Iran müssen unverzüglich aufhören, zu 'schießen'."

TS-Screenshot Kurze Zeit später ergänzte er mit folgender Mitteilung – ohne Hinweis auf unmittelbare Kontaktaufnahme seitens Washington mit den Kriegsparteien:
"Beide Seiten, Israel und Iran, streben einen sofortigen Waffenstillstand an! Die abschließenden Verhandlungen über den 'Frieden' laufen, sofern ihnen nicht Unwissenheit oder Dummheit im Weg stehen. Die Blockade bleibt in vollem Umfang in Kraft, bis ein 'endgültiges Abkommen' erzielt wird. Die Dinge sollten zügig voranschreiten."
09:00 Uhr
Netanjahu widersetzte sich Trumps Vorgaben
In einem gestrigen Telefoninterview mit der Financial Times (FT, Bezahlschranke) behauptete US-Präsident Donald Trump, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu "keine andere Wahl haben wird, als jedes Abkommen zu akzeptieren, das die USA mit Iran aushandeln", so Trump zu Protokoll gebend.
Weiter heißt es wörtlich in dem FT-Artikel, "denn der US-Präsident habe 'das Sagen'." Das wörtliche Gesamtzitat lautet:
"Er wird keine Wahl haben. Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen. Er [Netanjahu] hat nicht das Sagen."
Das Trump-Telefonat erfolgte demnach kurz nach Beginn der gestrigen iranischen Angriffe auf Israel, als die IRGC "eine Salve ballistischer Raketen abgefeuert hatte – der schwerwiegendste Verstoß gegen den Anfang April vereinbarten Waffenstillstand", so die Financial Times darlegend.
Laut Informationen des US-Portals Axios habe Trump demnach direkt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Sonntag aufgefordert, "nicht auf den iranischen Raketenangriff zu reagieren und der Diplomatie mehr Zeit zu geben", wie ein hochrangiger US-Beamter "und eine israelische Quelle, die mit den Einzelheiten des Gesprächs vertraut ist", der Axios-Redaktion mitteilten.
08:42 Uhr
IRGC bestätigt den Beginn der "Operation Nasr"
Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hat laut der Mehr News Agency "den Start der 'Operation Nasr' bekannt gegeben."
Im Rahmen der militärischen Attacke auf Israel hätten demnach "Kampfflugzeuge der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte des IRGC" direkt Ziele "auf zwei der strategisch bedeutendsten Luftwaffenstützpunkte Israels, Nevatim und Tel Nof, angegriffen", so der Wortlaut.
Die Pressestelle des IRGC teilte mit, die Operation habe am Montagmorgen begonnen. In ihrer Erklärung führte die iranische Revolutionsgarde weiter aus, die militärische Aktion gelte als direkte Reaktion auf jüngste israelische Raketenangriffe "auf iranische Radaranlagen an drei Standorten auf dem Staatsgebiet Irans."
Ein iranischer Armeesprecher erklärte, dass "alle Kampf- und Einsatzverbände des IRGC in voller Bereitschaft stünden, um eine groß angelegte Abschreckungs- und Strafaktion durchzuführen, wobei Pläne für verschiedene Szenarien bereitstehen."
08:16 Uhr
Israel reagiert auf Irans Attacken mit Angriff auf iranische Chemieanlage
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge auf die morgendlichen Raketenangriffe seitens Irans reagiert. Laut IDF-Mitteilung und arabischen Medienagenturen habe "die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im petrochemischen Komplex in Mahschahr im Südwesten Irans angegriffen." Dazu heißt es auf X:
"Die israelische Luftwaffe hat vor wenigen Minuten unter der Leitung des Nachrichtendienstes der Armee mehrere Ziele im petrochemischen Komplex von Mahschahr im Südwesten Irans angegriffen."
گزارش اولیه:
— ارتش دفاعی اسرائیل | IDF Farsi (@IDFFarsi) June 8, 2026
‼️نیروی هوایی اسرائیل با هدایت رکن اطلاعات نظامی ارتش، دقایقی پیش چندین هدف را در مجتمع پتروشیمی ماهشهر در جنوبغربی ایران مورد حمله قرار داد. جزئیات بیشتر متعاقباً اعلام خواهد شد.Zuvor hatten iranische Medien berichtet, der Angriff habe "Schäden an der Anlage" verursacht. Einer am Montagmorgen veröffentlichten IRGC-Erklärung zufolge griff die israelische Armee "mit aus der Luft abgefeuerten ballistischen Raketen Ziele auf iranischem Gebiet an", so die Agentur IRNA zitierend.
Am frühen Montagmorgen hatten laut israelischen Medienberichten die Streitkräfte Irans nach vorherigen Attacken am Sonntagabend und in der Nacht offenbar erneut einen Angriff auf Israel gestartet. Um kurz nach 7 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) teilte Israels Militär mit, es seien "Raketen identifiziert worden, die von Iran aus in Richtung des israelischen Staatsgebietes abgefeuert wurden."
Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von Explosionen über Jerusalem, zuvor war demnach Luftalarm ausgelöst worden.
7.06.2026 21:10 Uhr
21:10 Uhr
Iranische Angriffe: Luftalarm in Israel
Die israelische Armee meldet Raketenangriffe aus Iran auf Israel. Das israelische Militär gab bekannt, dass seine Verteidigungssysteme die Raketen abfangen. Vor wenigen Minuten erklärte die Armee, sie sei nach dem tödlichen Angriff auf die südlichen Vororte Beiruts heute in höchster Alarmbereitschaft, da in den nächsten Stunden mit einem möglichen Angriff auf Israel zu rechnen sei. Wie bereits berichtet, haben iranische Offizielle vor Vergeltungsmaßnahmen für den israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt gewarnt.
15:15 Uhr
Kuwait: Moderatorin wegen pro-Iran-Beiträgen zu drei Jahren Haft verurteilt
Die kuwaitische Fernsehmoderatorin Zainab Dashti wurde von einem Berufungsgericht in Kuwait zu drei Jahren Haft verurteilt. Anlass waren Beiträge in den sozialen Medien, die von den Behörden als Unterstützung Irans während der jüngsten militärischen Spannungen zwischen Iran, den USA und Israel eingestuft wurden. Dashti soll für das staatliche Fernsehen Kuwaits gearbeitet haben und sich öffentlich zu den Ereignissen geäußert haben. Das Gericht bestätigte die zuvor verhängte Strafe.
Das Berufungsgericht in Kuwait hat kürzlich das Urteil gegen sie bestätigt.
Der Fall hat in Kuwait eine Diskussion über Meinungsfreiheit und die Grenzen politischer Äußerungen in den sozialen Medien ausgelöst.
Kuwait sentenced TV presenter Zeinab Dashti to 3 years for publicly backing Iran's Islamic Republic. The verdict was upheld. pic.twitter.com/6gKbmB8iwt
— Open Source Intel (@Osint613) June 6, 202615:00 Uhr
Israelischer Angriff auf Süd-Beirut könnte gezieltes Attentat gewesen sein
Der israelische Angriff auf Süd-Beirut könnte laut dem Journalisten Ali Hashem von Al Jazeera möglicherweise ein gezieltes Attentat gewesen sein. Die Bedeutung des Angriffs sei hoch, da er kurz nach einer angekündigten Waffenruhe und iranischen Drohungen erfolgt sei.
Da sowohl der israelische Premierminister als auch das Militär eine gemeinsame Erklärung abgegeben hätten, deutet dies laut Einschätzung auf ein wichtiges Ziel hin. Offiziell bestätigt sei dies jedoch nicht, es handele sich derzeit um Spekulation.
Sollte tatsächlich eine hochrangige Person oder eine zentrale Kommandoeinheit der Hisbollah getroffen worden sein, könnte dies laut Einschätzung zu einer erheblichen Reaktion führen.
14:45 Uhr
Israel bombardiert Süd-Beirut – wie reagiert Teheran?
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier der Hisbollah in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel der Angriffe war das Gebiet Dahiyeh, eine Hochburg der Hisbollah.
Iran hat bereits gedroht, dass es im Falle eines israelischen Angriffs auf Beirut einen Vergeltungsschlag geben werde.
Nach Angaben der israelischen Regierung erfolgte der Angriff als Reaktion auf Raketen- und Beschussaktionen der Hisbollah gegen israelisches Territorium.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass Israel auf die Angriffe der Miliz reagieren müsse.
Gleichzeitig berichteten Medien, dass US-Präsident Donald Trump Netanjahu davor gewarnt habe, Beirut anzugreifen. Trump bemühe sich demnach um eine diplomatische Lösung und um Fortschritte bei Verhandlungen mit Iran, der als wichtiger Verbündeter der Hisbollah gilt. Die unterschiedlichen Interessen verdeutlichen die Spannungen zwischen militärischer Eskalation und diplomatischen Bemühungen in der Region.
BREAKING | Israel strikes the southern suburb of Beirut, Dahiye. pic.twitter.com/gSgQ3mc2Ql
— The Cradle (@TheCradleMedia) June 7, 2026Israeli strikes on Beirut come again after the theatrics of a Trump-Netanyahu spat fought out in public
— Dr Andreas Krieg (@andreas_krieg) June 7, 2026
Bibi chooses domestic politics (where he has come under pressure by his coalition partners for not pushing back against Trump) over his relationship with Trump who has been… pic.twitter.com/DlIYCHKKqm14:00 Uhr
Pakistan übermittelt Botschaft an Irans Obersten Führer
Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi hat am Sonntag in Teheran eine Botschaft aus Islamabad übermittelt, die für den iranischen Obersten Führer bestimmt ist. Das geht aus einem Beitrag auf dem Telegram-Kanal des iranischen Außenministers hervor.
Die schriftliche Botschaft des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif an den iranischen Obersten Führer Modschtaba Chamenei wurde dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghtschi übergeben.
Die beiden Minister erörterten die bilateralen Beziehungen zwischen Iran und Pakistan und tauschten sich über den Stand der laufenden diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran aus. Diese Verhandlungen werden nach Angaben der iranischen Seite unter Vermittlung Pakistans geführt.
#Pakistan’s Interior Minister met with #Iran's Foreign Minister Araghchi in Tehran. Last night, Pakistani official said he is brining a "special letter" from Pakistani Army Chief & PM to Iran’s Leader. https://t.co/F13syGpyJqpic.twitter.com/xpNEAuYI92
— Iran Nuances (@IranNuances) June 7, 2026Pakistan’s Interior Minister Mohsin Naqvi delivers a letter for Iran’s Supreme Leader Mojtaba Khamenei during talks with Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi in Tehran. pic.twitter.com/tUud2xcSEg
— Al Arabiya English (@AlArabiya_Eng) June 7, 2026
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